„Ein ungeahnter Endorphinschub“

Conradin, der Gründer von Tom&Jenny, interviewt seine Mutter und frischgebackene Großmutter

Author: Conradin, 26.10.2017

Conradin: Du bist vor 10 Tagen zum ersten Mal Großmutter geworden. Fühlst Du Dich jetzt alt?

Großmutter Marion: Werd mir mal nicht frech! Im Gegenteil, auch wenn ich zwar einige Tage vor der Geburt 60 Jahre alt geworden bin und mir das zugegebenermaßen schon seit einem halben Jahr ziemlich bevorstand, war die Angst vor dem Altern mit dem „Großmutterwerden“ wie weggeblasen. Ich fühle mich fast so verjüngt, als könnte ich selbst nochmal ein Kind bekommen.

Conradin: Das lassen wir lieber. Wie hat die Geburt Deiner ersten Enkeltochter Dein Leben verändert?

Großmutter Marion: Wie gesagt: Das „Alter“ spielt plötzlich keine so große Rolle mehr. Plötzlich ist ein Teil dessen, was ich als Lebenserfüllung empfinde, „erledigt“: Ich habe nicht nur ein Kind in die Welt gesetzt, sondern ein Kindeskind. Ich bin also sozusagen ein Glied in einer Kette geworden, und das fühlt sich gut an. Und es relativiert vieles, und wirkt sich auch praktisch aus – ich fühle mich gegenüber Problem(ch)en, die bei anderen Aufregung auslösen, ziemlich gelassen. Viel von dem schieren Glück der jungen Eltern färbt auch auf mich als Großmutter ab.

Conradin: Du hast die Schwangerschaft Deiner Tochter und die Geburt Deiner ersten Enkeltochter ziemlich eng verfolgt. Du hast, glaube ich, schon vor der Geburt mehrmals täglich angerufen. Hattest Du zu irgendeinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Deine Anrufe weggedrückt wurden?

Großmutter Marion: Schon wieder so eine freche Frage. Das will ich gar nicht wissen. Nächste Frage.

Conradin: OK. Was hat sich verändert seit Du uns auf die Welt gebracht hast?

Großmutter Marion: Die medizinische Betreuung der werdenden Mutter ist im Vergleich zu der Zeit vor 30 Jahren viel enger und genauer geworden, und die Hebamme ist viel mehr beteiligt. Dass z.B. eine Hebamme ein Baby, das unbedingt als Gesichtslage (Sterngucker) zur Welt kommen möchte, durch Körperübungen noch während der Geburt dazu bewegt, sich noch einmal in die richtige Geburtslage zu drehen, wäre damals undenkbar gewesen. Da war ich ziemlich beeindruckt. Das hätte mir bei Dir viel Schmerz erspart. Außerdem fiel mir auf, dass Väter im Krankenhaus willkommener sind und mehr Urlaub beanspruchen als früher. Meine Beobachtung ist, dass die Beziehung des Babys zu beiden Eltern von Anfang an dadurch extrem gefördert wird. Das früher übliche „Einhüten“ durch die Mutter der Frau war schön, aber doch nur ein Notbehelf.

Conradin: Mit Deinen 10 Tagen Erfahrung als Großmutter: Welche Lebensweisheit willst Du anderen werdenden Großeltern mit auf den Weg geben?

Großmutter Marion: Macht Euch vor und während der Geburt nicht so viele Sorgen. Bei den eigenen Geburten haben wir das doch auch nicht gemacht. Ihr werdet trotzdem Freuden- und Rührungstränen verdrücken, wenn das Enkelkind endlich da ist… und: Zeigt nicht überall das Bild Eures Enkelkindes rum und frag, ob es nicht das schönste Baby aller Zeiten ist. Das ist meistens objektiv falsch. Außer bei meinem.

Conradin: Was hast Du zur Geburt geschenkt und warum? 

Großmutter Marion: Ich habe in einem Endorphin-Schub ungeahnter Stärke ziemlich viele Batisthemdchen mit Spitzenkragen genäht, weil Babies keinen Hals haben und trotzdem schön aussehen sollen. Ein „richtiges“ Geschenk wartet bis zur Taufe im Dezember, weil sie für uns alle viel bedeutet und etwas Bleibendes an sie erinnern soll.

Conradin: Die richtige Antwort wäre gewesen: Ein Babybody-Abo von Tom&Jenny. Die sind mindestens genauso schön und das Abo nimmt der Tochter auch noch Arbeit ab.

Großmutter Marion: Das übernimmst doch wohl Du.

Conradin: Stimmt. Selbstverständlich ist meine kleine Nichte bereits bestens ausgestattet. Was für eine Großmutter möchtest Du sein?

Großmutter Marion: Ich möchte eine Großmutter sein, die in erster Linie zuhört ohne sich einzumischen. Eine, die von früher erzählen kann und versucht, den Generationensprung geistig zu überbrücken und mitzuhalten - zumindest im Denken. Und vielleicht auch eine, die das musikalische Gehör schult und Liedchen auf dem Klavier beibringt, wenn die Enkel zu Besuch sind? Möglichst eine mit zunehmend mehr Zeit. Und doch noch eine, die Briefe mit dem Füller schreibt, bisweilen und jedenfalls zum Geburtstag!

Redaktioneller Hinweis: Die erwähnten selbstgenähte Batisthemdchen bleiben leider der frischgeborenen Enkeltochter vorbehalten. Babybodies von Tom&Jenny bekommt ihr hier - auch als Einzelbestellung oder als Geschenk in einer liebevollen Geschenkverpackung mit persönlicher Grußkarte.