Baby im Anmarsch

10 altkluge Tipps eines noch unerfahrenen Vaters

Author: Heinrich, 10.10.2017

Gestern war der Termin, an dem unsere erste Tochter zur Welt kommen sollte. Die erste Charaktereigenschaft, die wir von ihr kennenlernen, scheint Unpünktlichkeit zu sein. Über die letzten Wochen und Monate habe ich über nichts so viel nachgedacht wie über die Veränderungen, die die Geburt unserer Tochter mit sich bringt und was wir alles vorbereiten müssen um ihr den Start ins Leben so gut wie möglich zu machen. Wir wissen oft nur eins: Die Geburt des ersten Kindes wird unser Leben völlig verändern. Aber wie? Und was macht man, wenn man von diesen Dingen wirklich keine blassen Schimmer hat? Richtig, nur eine Check-Liste mit den 10 Tipps kann uns diese Zeit der Vorbereitung erleichtern! Hier sind meine:

1. Geld in den Sparstrumpf!

Es ist wirklich nicht besonders romantisch, aber einfach wahr: Nicht nur Windeln und Kinderkram kosten Geld, sondern auch die überlebenswichtigen Dienstleistungen von Lieferando und Co. Nichts schöner, als wenn man den Kochlöffel in der ersten Zeit nach der Geburt ab und zu zur Seite legen kann.

2. Leg die Karten auf den Tisch!

Geheimhalten kann man eine Schwangerschaft ja sowieso nur zeitlich begrenzt. Nach den üblichen drei Monaten gilt es also, tabula rasa mit dem Chef zu machen. Denn solange die Kollegen im Bild sind und die Abwesenheit einplanen können, ist das ganze viel weniger schlimm, als man oft denkt. In meinem Fall galt das übrigens auch ganz Explizit für mich als Mann - wir sind eben (leider...) alle ersetzbar. 

3. Drogerieexpertise aufbauen: Zinksalben, Windeln und Thermometer

Ohne Erfahrung in die Drogerie zu gehen, macht kaum Sinn und dennoch braucht man eine Schiffsladung Produkte von dort. Man hat ja neun Monate Zeit, um Stück für Stück nach praktischer Beratung mit Müttern, Vätern und Google - das Arsenal damit aufzufüllen. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen. Inzwischen weiß ich ganz genau, was wo steht. Und jeder kleine Einkauf steigert die Vorfreude.

4. Frühzeitige Anmeldung in der Kinder-Krippe

Früher Vogel fängt den Wurm. Auch wenn es sich völlig absurd anfühlt, ein ungeborenes Kind ohne Namen und von der Größe einer Zitrone irgendwo anzumelden: Zu früh wurde noch nie ein Kind angemeldet, zu spät hingegen oft...

5. Kinderwagen – Autokauf ist dagegen ein Klacks

Auch wenn Kinderwagen - noch - ohne Bordcomputer und Satellitenempfang auskommen, gibt es wie beim Neuwagenkauf Lieferzeiten zu beachten. Außerdem gilt es auch die Frage zu beantworten welcher Typ man ist: Porsche, Volvo oder Fiat? Manchmal auch Eitelkeit vs. Sparfuchs. Eigene Markt– und Seelenforschung sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Ich hätte nie geglaubt, wie lange man sich beraten lassen kann und wie viel Spaß das auch noch macht.

6. Gitterbetten, Moseskörbe & Co

Es gibt nur wenige Dinge im Leben, die so süß und gemütlich sind wie warme, schlafende Babys. Trotzdem sollten sie eigene Betten bekommen. Nicht nur ist das sicherer für das Kind, für den Fall, dass man einschläft, sondern meist profitiert auch die Beziehung davon (drei Ausrufezeichen!!!) – zwei Fliegen also mit einer Klatsche! Auch hier ist Timing das A und O, denn keiner hat Lust ein IKEA-Bett in Anwesenheit eines müden und schreienden Säuglings zusammenzuschrauben. Und Stress überträgt sich schnell aufs sensible Kind, was dann in einem Teufelskreis endet ...

7. Nota bene: Der Babybubble kann man entkommen!

Lasst es Euch bitte nicht einreden: Ein neugeborenes Baby bedeutet nicht drei Monate ungeduschte Kerkerhaft bei Schlafentzug. Wer sich – natürlich erst nach einer Eingewöhnungskarenz – geschniegelt und gespornt (Sonnenbrille!) mit Kind aus dem Haus traut, wird bald erkennen, dass das Baby nicht nur keine Wahl hat, als mitzukommen, sondern wackelige Ausflüge im Tragegurt besonders genießt. UV–Strahlen, frische Luft und sozialer Umgang tun den Eltern gut, wovon im Endeffekt auch das Baby profitiert (Stichwort: Spiegelneuronen).

8. Vorräte aufbauen: Sex, Crimes & Rock’n’Roll 

Es ist das menschliche Privileg, vorausplanen zu können. Denk also darüber nach welcher Lieblingsbeschäftigung Du mit Baby nicht mehr genauso wirst nachkommen können und genieße sie nochmal bewusst und am besten bis zum Exzess. Je mehr Du übertreibst, desto weniger vermisst Du es nach Ablauf der „Deadline“.

9. Routine – vergiss es!

Gerade wenn Du denkst Du hättest den Schlaf und Ess–Rhythmus Deines Babys verstanden, ändert sich alles. Das Kind entwickelt sich im ersten Jahr ständig weiter und es gleicht einer „Mission Impossible“ da Schritt halten zu wollen. Streng nach Murphys Law bekommt das Baby partout dann einen Schreianfall, wenn man den Schwiegereltern zeigen will, wie sehr man der Elternrolle gewachsen ist. Gewöhn Dich am besten gleich daran, über diesen Dingen zu stehen, denn Routine wird im ersten Jahr ein Fremdwort sein. 

10. Nimm alles mit einer Prise Salz

Sobald es um die eigene Gesundheit („laut neuster Studien erhöht der Verzehr von Sachertorten die Potenz“), finanzielle Gewinnchancen im Casino („mit dieser Strategie gewinnen Sie garantiert“) oder eben das eigene Kind (ich habe in einem Blog mit 10 Punkte Check–Liste gelesen...) geht, fragt man sich, ob das Zeitalter der Aufklärung wirklich schon stattgefunden hat: Die Ratio zieht da einfach regelmäßig gegenüber Emotionen den Kürzeren. Erfahrung und Ratschläge sind gut und helfen bei der Meinungsbildung, aber vergiss nie, dass Du Dein Kind am besten kennst! 

PS: Babybodies von Tom&Jenny sollten in keiner Kliniktasche fehlen. Auch ideal als Geburtsgeschenk!