7 Dinge die sich schlagartig verändern, wenn Du ein Baby bekommst.

Wer glaubt, das Leben mit Baby ist wie ein kitschiger Sonnenuntergang auf Hawaii, gibt dem Wort „naiv“ eine ganz neue Dimension: Das Elterndasein wird richtig anstrengend, aber eben auch witzig und spannend. Was hat sich für uns verändert?

Author: Heinrich, 15.02.2018

1. Gepflegt zu Tisch - Das war einmal

Hier geht es zunächst mal nicht mehr um inspiriertes Nachkochen von Rezepten großer Sterne-Köche, sondern um das nackte Überleben. Mach Dich bereit auf kaltes Essen, fast food (mit Betonung auf „fast“, inklusive max. zwei Minuten zum Verzehr) und vor allem auch einfach mal überhaupt kein Essen. Alles hat aber auch Vorteile, denn meist steht sowohl Müttern (post-Schwangerschaft) und Vätern (post-Solidaritäts-Schwangerschaft) eine kleine Hungerkur gut zu Gesicht!   

2.   Verdiente Nachtruhe - Adieu

Früher kamst Du ohne fiesesten Weckerton, fünffaches Snoothen und kalte Dusche nicht aus dem Bett. Mit Baby ist das anders: Spätestens ab 6 Uhr bist Du hellwach und aufgedreht (in Wahrheit übermüdet vom ständigen Aufwachen...). Das Verflixte daran: Du verpasst trotzdem Deinen Termin um 9 Uhr. Wie lautet also die Conclusio: Statt Dein Leben in Stunden und Minuten einzuteilen, gilt es im Hier und Jetzt zu leben - carpe diem!

3. Die guten Gene - Dein Baby hält Dir einen Spiegel vor

Je älter das Baby wird, desto mehr kommen die Charakterzüge zum Vorschein. Und glaub nicht, dass diese einfach willkürlich vom Himmel gefallen sind, denn der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Dazu kommt: Babys spüren Stimmungen und Launen wie ein Seismograph und lernen schnell. Morgenmuffel, Zicken oder Choleriker sollten sich also nicht wundern, wenn sie diese sympathischen Eigenschaften direkt weitervererben. Kinder brauchen Vorbilder und dementsprechend sollte man den oft schmeichelnden Worten über das edle eigene Verhalten auch Taten folgen lassen. Wenn Dir das zu viel Verantwortung ist, dann sei beruhigt: Mit Einzug der Pubertät ändert sich das schlagartig und die neuen Mentoren und Lehrmeister werden aus der Bravo rekrutiert. 

4. Die Magie der Photographie - Schaut alle her

Social Media und Exhibitionismus sind ein unzertrennliches Duo, auf das wir uns alle mehr oder weniger einlassen. Doch selbst die größte Offenheit im Umgang mit Selfies und Photos aus dem Liebesurlaub, kann nicht mit dem Mitteilungsdrang frischgebackener Eltern verglichen werden. Und wer sich jetzt sagt, „ich bin da ganz anders gestrickt“, der täuscht sich. Selbst der empathieloseste Eisblock verfällt der Anmut des eigenen Nachwuchses - mit verheerenden Konsequenzen für den Handy-Speicherplatz. Denn meist sieht der Tagesablauf in den ersten Wochen vor allem so aus: Ist das Baby wach, wird jede Bewegung tausendfach dokumentiert und sobald das Baby eingeschlafen ist, sitzt das selige Elternpaar direkt neben dem schlafenden Kind und bewundert die eben geschossenen Bilder auf dem flimmernden Bildschirm - ein ewiger und geradezu buddhistischer Kreislauf des Seins.

5. Home sweet Home - Good Bye Ordnung

Die Geburt eines Babys geht auch am trauten Heim nicht spurlos vorbei. Gerade hatte man sich noch als erfolgreiches DINK-Paar (double income, no kids) eine zeitgemäße kosmopolite Design-Einrichtung angeschafft und schon wird die minimalistische Feng-Shui Balance durch einen stetig wachsenden Haufen von scheußlichstem Plastik in schreienden Farben gestört. Aber das ist bei weitem nicht alles: Dein Lieblingsdesignmöbel wird vermutlich das erste sein, das mit Pinselführung à la Jackson Pollock verschönert werden wird. Am besten man lernt gleich die Kunst des Tapezierens, damit man für alles gewappnet ist.

6. Kindermund tut Wahrheit kund - Das kann peinlich werden

Mit Kind im Haus wirst du unfassbar viel lachen, denn Kinder wurden als Komiker geboren. Am besten kommt dieses Talent aber natürlich erst mit zunehmender Sprachfähigkeit zur Geltung (vorher durch den Gesichtsausdruck). Nichts ist schöner, wenn man ein paar Freunde zu Besuch hat und die Kleine auf einen „gewichtigen“ Gast zeigt und plötzlich laut fragt: „Papi, ist die Frau schwanger?“. Wichtiger aber als das man viel zu lachen hat ist, dass einem einfach nichts mehr peinlich ist. Auch vor Dritten zuckt man bei folgenden Erklärungen in der Dusche des Freibads nicht einmal mit der Wimper: „Nein, ich habe keine Scheide, sondern einen Penis. Du hast aber eine Scheide“. Kindliche Offenheit und Unschuld sorgen für einen bunten Blumenstrauß an Anekdoten und Erinnerungen. Bitte bloß nicht vergessen ein „Best of“-Heft anzulegen - man kann nicht früh genug Material für die Hochzeitsrede seiner Kinder sammeln... 

7. Zeit ist knapp - Du wirst unglaublich effizient

Bevor du Kinder hattest, hast Du selten über esoterische Wohlstandswünsche wie „einfach mal die Seele baumeln lassen“, „steig aus der Zwangsjacke“ oder ”mehr Zeit für sich haben” reflektiert, denn wenn Du Dich auch nur entfernt nach so etwas sehntest, hast Du einfach Deine Wohnungstür zu gemacht. Mit Kind verhalten sich die Dinge anders: Jetzt bekommst Du schon einen ordentlichen Schuss Glückshormone, wenn Du für zwei Minuten alleine aufs Klo kannst. Ähnlich verhält es sich mit dem alten Gejammer, dass der Tag nur 24 Stunden hätte und man einfach nicht alles schaffen könne. Heute könntest Du Deinem alten kinderlosen Ich für diese verwöhnten Sprüche eine schallende Ohrfeige verpassen. Als effiziente Hochleistungsmaschine gibt es mittlerweile nichts mehr, wofür Du mehr als sieben Minuten brauchst.

Und trotz eines verunstalteten Heims, Unterernährung, Schlafmangel und Peinlichkeiten aller Art - es ist es hundertmal wert! Nichts auf dieser Welt ist schöner, als mit einem frisch gebadeten und gewickelten Baby - auf dem Sofa zu liegen und den Moment zu genießen.